Kletterstatistik

Data und Statistik – wie klettern friesische Kletterer?

Um dieser Frage auf die Spur zu kommen haben wir im Zeitraum vom 27.05.2019 – 30.06.2019 neben dem Hüttenbuch eine Liste ausgelegt, in die alle Kletterer ihre gekletterten Routen am Ende des Tages dort in Form von Strichen eingetragen haben. Dabei waren alle Routen in Abhängigkeit zum Datum aufgelistet. Der Messzeitraum war so ausgewählt, dass fünf Wochen und ein kalendarischer Monat vollständig abgedeckt werden.

Das erste Diagramm „gekletterte Touren im Messzeitraum“ zeigt die Gesamtanzahl aller an einem Tag gekletterten Touren in Abhängigkeit zum Datum. Dabei fällt auf, dass es keinen gleichmäßige Kletternutzung am Monte Pinnow gibt, sondern diese stark von den Tagen abhängig ist. Dabei schwankt die Anzahl der gekletterten Routen zwischen 0 und 49. Die lineare Trendlinie zeigt, dass sich der Durchschnitt der gekletterten Touren innerhalb dieses Monats verdoppelt hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind dafür Faktoren wie Wetter oder Ferien verantwortlich. 

Dem Kreisdiagramm „wöchentliche Kletteraktivität“ ist die durchschnittliche Kletteraktivität innerhalb einer Woche zu entnehmen. Dabei stehen die Prozentwerte für den Anteil, die der Durchschnittliche Tageswert der Routen am Wochendurchschnitt hat. Die Durchschnittswerte ergeben sich aus den Werten der gemessenen fünf Wochen. Hierbei werden die extremen Unterschiede zwischen den Tagen deutlich. Während an Samstagen durchschnittlich 5% des wöchentlichen Kletterbetriebes stattfinden, sind es am Donnerstag ganze 27%. Damit werden an Donnerstagen mehr als ein Viertel aller wöchentlichen Routen geklettert. Diese Verteilung ist auf die gut organisierten Klettergruppen zurückzuführen, die von ehrenamtlichen Jugendleitern geleitet werden. Betrachtet man das Diagramm unter Berücksichtigung der Gruppenstunden, so fällt auf, dass zu den Gruppenterminen am Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonntag besonders viel geklettert wird. Obwohl es den Kletterern frei steht auch samstags, montags oder mittwochs zu kommen, scheinen die Gruppenstunden ein größerer Faktor zu sein, als z.B. das Wochenende. Um dieses noch einmal im Absoluten Zahlen darzustellen wird das Diagramm „Wochendurchschnitt Routen“ verwendet. Die relativ geringe Aktivität an Freitagen lässt sich damit erklären, dass während der Messphase die Freitagsgruppe (Kindergruppe) zweimal aufgrund von Feiertagen ausgefallen ist, was den Durchschnitt für die Freitage erheblich beeinflusst. 

Aber unser Ziel war es nicht nur über die Gesamtanzahl der gekletterten Routen etwas sagen zu können, sondern auch über ihre Beliebtheit. Dazu gehen wir davon aus, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen häufig gekletterten und beliebten Routen besteht. Wie häufig eine Route geklettert wird, kann man aus der Strichliste (am Anfang beschrieben) entnehmen. In dem Säulendiagramm „Gekletterte Häufigkeit einzelner Routen“ kann man die Summe aller Begehungen der Kletterroute innerhalb des Messzeitraumes ablesen. Die Route „Bootsmann“ ist der Kletterhäufigkeit zur Folge die beliebteste Route gefolgt von „Slimline“ und „Kratzfuß”. Unbeliebt und selten begangen sind hingegen Varianten wie „Rainbow Warrior“ oder „Große Freiheit“. Da sich ein paar Routen deutlich hervorheben, haben wir uns die vier beliebtesten Routen noch einmal genauer angeschaut. Dazu wurden in dem Netzdiagramm „Tagesverteilung beliebter Routen“ noch einmal die Tage, an denen die Route geklettert wird dargestellt. Neben dem, durch das normal am Donnerstag erhöhte Kletteraufkommen zu erwartende Gefälle, zeichnen sich auch andere Richtungen ab. Beispielweise ist am Dienstag „Kaschubenweg“ sehr beliebt, wohingegen am Sonntag gerne Bootsmann geklettert wird. Insgesamt wurden innerhalb der gemessenen fünf Wochen 531 Touren von etwa 18m Länge geklettert. Das entspricht etwa 9558 Höhenmeter. Im Vergleich: Der Monte Blanc, der höchste Berg der Alpen, hat 4810 Höhenmeter. 

Was sagt uns das ganze nun? 

Eigentlich gibt es nur eine sinnvolle Schlussfolgerung auf diese Analyse: Die Jugendleiter*innen bei uns machen verdammt gute Arbeit! 

Artikel von: Hauke Memmen  

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