Pfingstcamp 2019 – einmal Ith und zurück

Die Kindergruppe aus Wilhelmshaven war mit 9 Personen auch 2019 wieder auf dem Pfingstcamp dabei.

07.06.2019 – Freitag

Um 13:46 Uhr macht sich unsere Kindergruppe mit dem Zug auf den Weg zum Ith, wo an diesem Wochenende das diesjährige Pfingstcamp stattfinden sollte. Alle waren höchst motiviert. Doch bereits nach 30 km kam die Reise unverhofft zum Stocken: „Aufgrund von Gleisbauarbeiten endet dieser Zug hier und kehrt nach Sande zurück. Vielen Dank für Ihr Verständnis, die Deutsche Bahn.“ So waren wir gezwungen, unsere bisherige Planung über den Haufen zu werfen und auf Busse zurückzugreifen. Mit ungefähr eineinhalb Stunden Verspätung erreichten wir Hannover Hauptbahnhof. Von dort fuhren wir nach Laatzen, wo wir von den Hamburgern mit ihrem Sektionsbus abgeholt wurden. Durch eine gut organisierte Kooperation mit der Sektion Hamburg konnten wir angenehm auf den Ith reisen und umgingen große Teile der langwierigen Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn so schön der Ith auch sein mag, so schwierig ist auch die Anreise. Wer kein eigenes Auto zur Verfügung hat, der sieht sich schnell gezwungen, mit Sack und Pack über verschiedene Buslinien bis an den Fuß des Iths zu fahren und von dort aus Richtung Bergspitze zu wandern. Da dieses Unterfangen, wie uns die vergangenen Jahre gezeigt haben, mit einer Kindergruppe kein leichtes ist, sind wir froh dieses Jahr eine andere Lösung gefunden zu haben. Das Pfingstcamp stand in diesem Jahr unter dem Motto der Nachhaltigkeit. Dementsprechend wurde nicht nur das Essen angepasst, sondern auch die Anreise ökologisch gestaltet. Durch die gute Verknüpfung der Sektionen wurde die Bildung von Fahrgemeinschaften ermöglicht. Dabei ist besonders die Hilfsbereitschaft unter den Kletterern hervorzuheben: egal wen man anspricht, man kann sich der Unterstützung sicher sein. Kurz nachdem wir am Abend den Ith erreicht hatten und die Zelte aufgestellt waren, brach ein Gewitter herein. An den paar Unterstellmöglichkeiten versammelten sich schnell einige Leute, sodass alte Bekanntschaften aufgefrischt und neue geschlossen werden konnten.

08.06.2019 – Samstag

Nach einer verregneten Nacht und einem trockenen, sonnigen Morgen war die Motivation umso größer nach dem Frühstück klettern zu gehen. Da bereits am Freitagabend ein Jugendleiter Treffen stattgefunden hatte, machten sich alle zügig auf den Weg zu den Felsen. „So koordiniert habe ich das Klettern am Pfingstcamp noch nicht erlebt“, so Till Kramkowski. Einzig die vielen Kletterer, die unabhängig vom Pfingstcamp am Ith kletterten, verursachten hier und da kleine Wartezeiten. Für die Kinder bot das Klettern am Fels neue Erfahrungen: Ob Standplatzbau, abseilen oder das Abbauen von Routen, oft ergab es sich, dass dieses den Kindern aus der Situation heraus vermittelt wurde. Dieses wurde vor allem durch die gute Betreuungssituation der vielen ehrenamtlichen Jugendleiter*innen ermöglicht. Neu in diesem Jahr waren die Workshops zum Thema Nachhaltigkeit, die am Nachmittag stattfanden. Dabei veranstalteten die Betreuer aus Wilhelmshaven den Workshop „Vogelhaus bauen“. Durch hervorragende Planung war dieser ein großer Erfolg. Die Teilnehmer sägten, schmirgelten, bohrten und zimmerten ihre eigenen Vogelhäuser zusammen. Auch die Gruppenleiter bauten ein eigenes Häuschen, dass bald unsere Sektionshütte zieren wird. Die Kinder bekamen so die Möglichkeit neue Fähigkeiten zu erlernen. Aufgrund der großen Begeisterung bauten wir anstatt der vorgesehenen 3 Stunden am Nachmittag bis zum Abendbrot weiter. Das Abendbrot, wie auch das übrige Essen wurde von eingeteilten Gruppen für alle zubereitet und dann gemeinsam verspeist. Dabei ist besonders der küchenverantwortliche Jugendleiter aus Hannover zu loben, der über das ganze Wochenende die Kochaktionen begleitet hat. Insgesamt wollten 120 Mäuler mit zwei Mahlzeiten am Tag gestopft werden. Diese und alle anderen wichtigen Aufgaben wurden von dem Orgateam hervorragend gemanagt.

9.6.2019 – Sonntag

Am Sonntag stand Wegebau auf dem Programm. Nach einer Besprechung der Jugendleiter machte sich unsere Sektion auf den Weg in das benachbarte Klettergebiet nach Holzen, wo wir Rettungswege freischnitten und Treppenstufen setzten. Zunächst musste das angelieferte Holz 5 Minuten durch den Wald den Berg hochgetragen werden, um zu seinem Bestimmungsort zu gelangen. Danach wurden arbeitsteilig die alten Stufen entfernt, neue gesetzt und mit in den Boden geschlagenen Holzpflöcken befestigt. Diese schweißtreibende Arbeit schützt nachhaltig den Wald vor Erosion und erleichtert den Zustieg zu den Kletterfelsen. „Wunderschöne Stufen sind entstanden“, sagte Vera Sommer als sie zufrieden die fertige Treppe begutachtete. Nach dem auch die Rettungswege von tief hängenden Ästen befreit wurden, kehrten wir später als gedacht zum Campingplatz zurück. Nun begann erneut die freie Kletterzeit, die die Sektion Whv am Pilzstein verbrachte. Anders wie noch in den vergangenen Jahren, fand das Klettern diesmal in Sektionen statt, sodass die Kletterpartner gleich bleiben konnten, das Material abgestimmter war und die Betreuer ihre Kinder kannten. Nach dem Abendessen gab es ein freiwilliges Gruppenspiele, wodurch auch unter den Kindern Kontakte geknüpft wurden.

10.6.2019 – Montag

Seit dem Morgen herrschte Aufbruchsstimmung im Camp. Die ersten Taschen wurden gepackt, Zelte abgebaut und Gepäck gestapelt. Dank der strahlenden Sonne war bald der nächtliche Tau getrocknet, sodass die Zelte trocken eingepackt werden konnten. Nach dem Frühstück wurden dann die Waschräume, die Küche und der Gemeinschaftsraum geputzt und das Gepäck zu den Autos gebracht. Zum Abschluss wurde ein Gruppenfoto mit allen Beteiligten gemacht. Die Rückfahrt verlief problemlos, sodass die Kinder wieder pünktlich um 18:16 in Sande am Bahnhof standen.

Autoren: Hauke Memmen und Vera Sommer