Sanierung der Umlenkhaken am Bunker in Sande

Die einen oder anderen werden es bemerkt haben: An den Umlenkern finden sich keine Sauschwänze mehr. Stattdessen hängen dort zwei geschlossene Ringe. In einigen Routen, vor allem auf der überhängenden Seite des Bunkers, bestand der Umlenker aus lediglich einem einzigen Haken – in „N’oubliez pas vous rêves“ sogar aus nur einem alten Gerüsthaken. Dies entspricht nicht dem allgemeinen Sicherheitsgrundsatz des redundanten Umlenkers, also zwei voneinander unabhängige Umlenkpunkte am Ende der Routen. Immer wieder, wenn in diesen Routen geklettert wurde, hieß es dann: „Man müsste/sollte/könnte mal einen zweiten Haken dazu bohren“. Als dann festgestellt wurde, dass auch an den Sauschwänzen, gerade in den beliebten und oft gekletterten Routen, der Zahn der Zeit, oder besser kilometerweise Seil, genagt hatte und diese somit deutliche Abnutzungserscheinungen zeigten, wurde entschieden nun endlich die Sanierung der Umlenker in Angriff zu nehmen. Zunächst musste jedoch geklärt werden wie die „neuen“ Umlenker aussehen sollten. Einfach neue Sauschwänze? Oder Stahlkarabiner? Oder Ketten? Oder was ganz anderes? Es sollte ein System sein, dass möglichst verschleißarm ist, im Verschleißfall aber trotzdem leicht austauschbar und dabei möglichst der Umlenkersituation am Naturfelsen entsprach. Nachdem der Konsens auf ein System aus je einem Klebehaken und einem Ring, die mit einem Schraubglied miteinander verbunden sind, fiel, war auch klar was wir an Material benötigen: 29 Klebehaken und je 52 Schraubglieder und Ringe, der Salzwasserluft wegen alles aus rostfreiem V2A-Stahl. Es war also viel zu tun. Nach mehreren Nachmittagen mit der Bohrmaschine in der Hand sind nun auf der Außenseite alle Umlenker im einwandfreien, sicheren Zustand. Im Bunkerinneren fehlen noch lediglich vier Umlenker, die auch noch eingebohrt werden sollen (Stand Oktober). Hier noch ein paar Worte zum Fädeln: Es ist nun zwingend erforderlich durch den Umlenker, d.h. durch beide Ringe, zu fädeln! Das Seil kann nicht mehr einfach „übergeworfen“ werden. Das sichere Fädeln wird unter anderem am Kletterscheinwochenende (27. und 28. April 2019, siehe auch Ankündigung im Mittelteil dieses Heftes) vermittelt.