Ein kleiner Überblick vorweg ...
Mitgliederspiegel
Die Sektion Wilhelmshaven im Deutschen Alpenverein hat insgesamt ca. 800 Mitglieder. Stärkste unserer Gruppen sind die Wanderer mit über 200 Aktiven. Weiter gibt es je eine Kinder-, Jugend-, Junioren-, Erwachsenen- und Familienklettergruppe sowie eine Ski- und eine Naturschutzgruppe.
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Kletteranlage in Sande
Seit 1986 besitzt die Sektion eine Kletteranlage am Bahnhof in Sande. Der "Monte Pinnow", ein von uns umgebauter Bunker, und die im Klettergarten errichtete Sektionshütte haben bisher etwa 200 Kletterinnen Kletterer von 6 - 40 Jahren für unsere Sektion begeistert. Der ehemalige Rundbunker kann wetterunabhängig auch innen erklommen werden. Auf- und Ausbau erfolgt durch die Mitglieder in freiwilligen Arbeitsstunden. Zur Nutzung: Die Anlage wird rund 100 Tage im Jahr verbindlich über den Hüttenwart belegt.
Sektionsabende
Die Hütte wird im Sommerhalbjahr auch für Schulungen, gesellige Veranstaltungen und die Sektionsabende genutzt. Das regelmäßige Treffen findet in der Regel jeden 2. Mittwoch im Monat um 20.00 Uhr statt (Die aktuellen Termine finden Sie im Online-Kalender). Im Winterhalbjahr ist das ,Gorch-Fock-Haus' in Wilhelmshaven der Treffpunkt.
Vereinsmitteilungen
Zweimal im Jahr erscheinen unsere Vereinsmitteilungen, die an alle Sektionsmitglieder verschickt werden (Auflage: 700 Exemplare). Das Heft enthält auf rund 40 Seiten sowohl alle wichtigen aktuellen Informationen (Ausschreibungen, Termine, etc.), als auch ausführliche Berichte aus dem Vereinsleben. Redaktionschluß für die Mitteilungen ist jeweils der 15. Oktober bzw. der 15. April. Verantwortlicher Redakteur und Ansprechpartner für das Heft ist Alwin Tischler.
Geschichte der Sektion Wilhelmshaven des Deutschen Alpenvereins
Am 14.1.1907 fanden sich 17 Herren zusammen und gründeten die Sektion Wilhelmshaven des, wie er damals hieß, Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Bereits 3 Monate später gehörten der Sektion schon 40 Mitglieder an. Zum 1. Vorsitzenden wählte man den Oberlehrer Dr. Litzmann, dem bereits 1 Monat später Pastor Ibbeke aus Bant als Vorsitzender folgte. Im Jahr1920, nach 13 Jahren als Vorsitzender, gab Pastor Ibbeke den Vorsitz weiter an Dr. Boltze.
Das Interesse am Alpenverein spiegelte sich u. a. in der steigenden Mitgliederzahl wider - 1911 waren es immerhin schon 112.
Die Sektionsabende und die Vortragsveranstaltungen weckten auch über den Verein hinaus großes Interesse; die Vorträge kündeten von begeisternden Bergerlebnissen und luden zum Nachmachen ein. Der Tourenkalender aus jener Zeit weist u. a. die Großglockner-Besteigung, die Durchquerung des Ortlergebietes, die Besteigung des Sellagipfels und, nach der kriegsbedingten Unterbrechung ab 1922, Reiseerlebnisse in China und in Japan aus.
Die Marinestadt Wilhelmshaven zeigt ein erstaunliches Phänomen - die Begeisterung der Marineangehörigen für das Hochgebirge. Vielleicht war und ist es bis heute darin begründet, dass die Menschen in Süddeutschland schon immer eine besondere Beziehung zur Marine hatten.
Bereits 1923 wurde der, allerdings schließlich erfolglose, Versuch unternommen, in der Sektion eine Jugendgruppe zu gründen. Dem Vorschlag der Sektion Bremen, im Jahr 1924 die norddeutschen Sektionen in einem Sektionenverband zusammenzuschließen, entsprach der Sektionsvorstand zunächst nicht. Allerdings trat die Sektion Wilhelmshaven dann 3 Jahre später doch diesem Verbund bei.
Trotz der verworrenen politischen Verhältnisse
in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und der alle Lebensbereiche
erfassenden Inflation war das Interesse am DAV und seinem Vereinsleben ungebrochen.
1929 betrug die Mitgliederzahl der Sektion bereits 188. Die Veranstaltungen
erfreuten sich steigender Beliebtheit; die Stiftungsfeste wurden zu Höhepunkten
des gesellschaftlichen Lebens in der Jadestadt.
Gebäude wie das Parkhaus, das Seemannshaus, das Jadeclubhaus, das neue Theater,
der Rathauskeller-Garten und die Burg Hohenzollern erlebten rauschende Feste.
Sie alle sind im Kriege zerstört worden und mit ihnen ist vieles aus der
Geschichte der Sektion verloren gegangen.
Nach 1933 wurde die Sektion in den "Reichsbund
für Leibesübung" überführt, Vorstandswahlen finden nach dem "Führerprinzip"
statt. So heißt der 1. Vorsitzende nunmehr "Führer der Sektion" und entsprechend
der 2. "Stellvertreter des Führers der Sektion". Der durch die Versammlung
gewählte "Führer" musste durch den "Beauftragten des Reichssportführers",
bestätigt werden. Auch nach Ausbruch des Krieges 1939 setzt die Sektion
ihre Zusammenkünfte fort, wenn auch das Vereinsleben zunehmend durch die
Bedingungen des Krieges in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Sektionsführung
hatte in der Zeit von 1936 bis in das Kriegsjahr 1941 hinein der Gewerbeoberlehrer
Ischt übernommen. Ihm folgte, als Herr Ischt zum Militärdienst eingezogen
wurde, der bisherige 2. Vorsitzende, Baurat Höfling, nach, der kommissarisch
die Leitung der Sektion übernahm. Im weiteren Verlauf des 2. Weltkrieges
zwangen die ständigen Luftangriffe auf Wilhelmshaven und die Zerstörung
des Gebäudes des Jadeclubs am Adalbertplatz dazu, die Sektionszusammenkünfte
einzustellen.
Am 6. Mai 1945 kapitulierte Wilhelmshaven; 65% der Stadt waren zerstört,
die Einwohnerzahl hatte sich halbiert. Die Sektion Wilhelmshaven des DAV
wurde auf Beschluss der Siegermächte als angebliche NS-Organisation aufgelöst,
dem 1. Vorsitzenden wurde das gesamte Privatvermögen auf 2 Jahre gesperrt
und das monatliche Einkommen auf 200,-- RM begrenzt.
Erst 1947, dank des unermüdlichen Einsatzes des in Hamburg ansässigen Dr. Artur Schmidt, kam das Vereinsleben der im norddeutschen Raum angesiedelten DAV-Sektionen wieder in Gang. Das galt auch für Wilhelmshaven, wo sich am 30. Mai 1947 17 Damen und Herren zur Wiedergründung der Sektion zusammenfanden und u. a. Herrn Dr. med. Langguth zum 1. Vorsitzenden wählten.
Das Vereinsleben entwickelte sich neu, "Heines
Hotel" wurde zum ständigen Treffpunkt, und die Mitgliederzahl stieg allmählich
wieder auf 113 im Jahre 1951.
Im Jan. 1955 hatte die Sektion 136 Mitglieder, und auf der Jahreshauptversammlung
am 22.1.1955 wurde die Gründung einer Jugendgruppe beschlossen.
Schon in der 2. Hälfte der 50er Jahre zeigte sich bei den gesellschaftlichen Veranstaltungen der Sektion eine Tendenz, welche sich 40 Jahre später wiederholen sollte. Die Beteiligung der Mitglieder an Sektionsabenden, den Oktoberfesten und auch an den Jahreshauptversammlungen nahm ständig ab. Und so musste bereits 1958 wegen zu geringer Beteiligung das Oktoberfest ausfallen. 2 Jahre später erschienen nur etwa 25 Personen zu der Veranstaltung. An der Jahreshauptversammlung am 2. 12. 1960 nahmen gar nur 12 Personen teil. Aber es gab auch Erfreuliches, die Zahl der Mitglieder der Jugendgruppe stieg im Jahre 1964 bereits auf 143 an.
Die 7Oer und 80er Jahre erlebten eine erheblich verstärkte Aktivierung des Sektionslebens. Vortragsveranstaltungen, die Wiedereinführung der monatlichen Sektionsabende, das Engagement auch im Hauptvorstand des DAV, Umwelt- und Naturschutz, verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Sektionen und nicht zuletzt die Einrichtung des Jugendzeltplatzes am Klettergebiet des Ith stehen für die zunehmenden Aktivitäten der Sektion und tragen dabei deutlich die Handschrift ihres langjährigen 1. Vorsitzenden Gerhard Pinnow.
Als der Hauptverein sich der Seniorenbetreuung mit einem Sonderprogramm annahm, war die Sektion Wilhelmshaven eine der ersten, die in ihr Programm eine Tour für Senioren mit einer Durchquerung der Ötztaler / Stubaier Alpen aufnahm. Es zeigte sich, dass das Leistungsvermögen der Senioren auch die Besteigung von Gipfeln von über 4000 m und Gletschertouren von 10 und mehr Stunden zuließ. Wilhelmshaven konnte sich als Austragungsort einer Tagung des nordwest-deutschen Sektionenverbandes "von seiner besten Seite" zeigen. Und selbst das Alpenfest, das inzwischen im Gorch-Fock-Haus durchgeführt wurde, erwachte zu neuem Leben und gewann seine Bedeutung als verbindendes gesellschaftliches Ereignis auch über die Grenzen Wilhelmshavens hinaus zurück.
Mit inzwischen 600 Mitgliedern zählte die Sektion zwar in den 8Oer Jahren immer noch zu den kleinsten im DAV, andererseits bestätigte sich in diesem deutlichen Mitgliederzuwachs die gute hier geleistete Vereinsarbeit.
Sonntägliche Halbtagswanderungen vornehmlich in der Region, Tageswanderungen, u. a. in der Lüneburger Heide und im Weserbergland, mehrtägige Gemeinschaftstouren in den deutschen Mittelgebirgen und im Hochgebirge, Skifreizeiten und vor allem der Klettersport - die Angebote in der Sektion haben in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts deutlich zugenommen.
Auch wenn inzwischen der Zeltplatz am Ith aufgegeben worden ist, mit dem 1983 durch die Sektion erworbenen Bunker in Sande bei Wilhelmshaven und dem dort 1986 eingeweihten Klettergarten gibt es ein einzigartiges Angebot zum Begehen einfachen bis zu schwierigsten Touren. Der auch "Monte Pinnow" genannte Turm ist als nördlichster Alpengipfel inzwischen weit über die Region hinaus bekannt und hat sich als Austragungsort für den Kletterwettkampf "Gegenseitigkeit-Cup" einen sehr guten Namen gemacht.
Zunehmendes Interesse an der Jugendarbeit, z. B. Durchführung von Ferienpassaktionen, hat zusammen mit der Trendsportart Klettern zu einer Schwerpunktverlagerung innerhalb der Sektion geführt. Unter der engagierten und professionellen Führung ihres augenblicklichen 1. Vorsitzenden, Bernd Kittel, konnte die Sektion im Jahr 2007 bereits ihr 900. Mitglied begrüßen. Im Jahr 2007 wurde dann auch die 100-jährige Sektionsjubiläum mit einer breiten Veranstaltungsreihe ausgiebig gefeiert.
Zur Jahreshauptsammlung 2008 trat am 5.3. unser Vorsitzender Bernd Kittel nach 17 Jahren aus familiären Gründen von seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde der bisherige 2. Vorsitzende Uwe Schrader gewählt. Uwe Schrader hat seine Tätigkeit auf ein Jahr beschränkt und trat Anfang 2009 geplant zurück.
Momentan ist der Posten des 1. Vorsitzenden vakant. Wir suchen weiterhin dringend einen Vorsitzenden für unsere Sektion, der sich in seiner Arbeit auf eine tatkräftige Unterstützung der Mitglieder verlassen kann. Die Sektionsgeschäfte werden vorerst vom Vorstand und erweiterten Vorstand geführt.
