Der Kletterbunker Monte Pinnow in Sande ist als Luftschutzbunker für Bahnreisende nach Wilhelmshaven während des Zweiten Weltkrieges gebaut worden.

Nach seiner Fertigstellung bot er mit seinen 18 m Höhe, 17 m Durchmesser und sechs Etagen Platz für 500 bis 600 Bahnreisende. Auch verfügte er über eine eigene Wasserversorgung, Toilettenanlagen und ein Entlüftungssystem, durch das die Bunkerinsassen vor zu hohem Luftdruck infolge von Explosionen sowie Gasen geschützt wurden.

Seine große Geschichte reicht vom Jahr 1945 bis 1947.

Nach der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen sollte auch der Bunker nach dem Beschluss der britischen Militärverwaltung gesprengt werden. Der Sprengversuch misslang jedoch und der Bunker neigte sich lediglich um 18° zur Seite, anstatt wie geplant in sich zusammenzustürzen.

Da diese Neigung den Bunker kriegsuntauglich machte, beließ man es dabei und unternahm keine weiteren Versuche ihn vollends zu zerstören.

Die Sektion Wilhelmshaven, erste Gründung 1907, hat ebenfalls eine große Geschichte, wurde 1945 auf Beschluss der Siegermächte aufgelöst und 1947 — im gleichen Jahr wie die Bunkersprengung — neu gegründet.

Im Mai 1983 wurde der Bunker und das dazugehörige Gelände von der Sektion Wilhelmshaven, auf Initiative von Gerhard Pinnow, dem 1. Vorsitzenden der Sektion, erworben und ist bis heute in deren Besitz.

Nach dem Erwerb des Bunkers wurden Kletterrouten durch die Sektion errichtet. Auf dem dazugehörigen Grundstück entstand der heutige Klettergarten mit Teich und Vereinshütte. Sie wurde nach einem weiteren ehemaligen Vorstand „Erich Kürsten Hütte“ benannt. Der Vorturm des Bunkers wurde ebenfalls für Kletterer erschlossen, indem man ihn auf einer Länge von 32 m mit Natursteinen ummauerte.

Heute wird er zum Bouldern, zum Aufwärmen und für Anfängerschulungen genutzt.

1986 wurde dann die größte künstliche Freiluftkletteranlage Norddeutschlands offiziell eröffnet. Zu dieser Zeit waren bereits sechs von den Bremer Topkletterern der JDAV-Nord gebaute Routen fertiggestellt. Im Winter 1988/89 begannen dann die Jugendgruppen den inneren Teil des Bunkers zum Klettern zu präparieren. Zahlreiche Personen haben einen großen Anteil an der Erschließung des Bunkers, der Routen Damenweg und Wichtel, zwei nur mit mobilen Sicherungsmitteln absicherbare Routen, sowie der insgesamt 60 Kletterrouten, zwei Klettersteigen und diversen Bouldern, die sich auf eine Außenkletterfläche von spektakulären 1200 m² und eine Innenkletterfläche 200 m² verteilen.

Damit bietet Monte Pinnow zusammen mit dem Vereinsgelände ideale Voraussetzungen um das individuelle Kletterkönnen zu verbessern, sich für „echten“ Fels vorzubereiten oder einfach einen schönen Sonntagnachmittag zu verbringen

Weitere Routen entstanden im Zuge der Norddeutschen Meisterschaften, die im Zeitraum von 1997–2007 regelmäßig am Bunker stattfanden.

Durch den individuellen Charakter des Bunkers hatten diese Wettkämpfe in der Kletterszene einen fast schon kultigen Ruf.

Inzwischen sind einige Flecken des Bunkers weiter erschlossen worden, so dass bereits die vierte Auflage des Kletterführers herausgegeben wurde.

An dieser Stelle sei ein großes „Dankeschön“ ausgesprochen an alle Mitwirkenden für das Bereitstellen von Routeninformationen; für ihre Mitwirkung beim Erstellen der „Beliebtheitsbewertung“ und für Hinweise zur Bunkerhistorie.

Nicht minder gedankt wird den zahlreichen Routenerbauern, die durch ihren Einsatz den Bunker klettertechnisch erschlossen haben sowie dem Vorstand und den Vereinsmitgliedern, die durch den Erwerb und das Herrichten in unzähligen Arbeitsstunden dies alles erst ermöglicht haben.

Herzlichen Glückwunsch Monte Pinnow

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